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Kein Song in Sicht

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​​Der Bedarf: Von schwebenden Kätzchen und Resonator-Gitarren ​Alles begann mit einer visuellen Idee: Ein Kätzchen, das mit einer Dobro-Gitarre durch die Luft schwebt. Um daraus ein packendes Reel für Facebook zu erstellen, fehlte mir noch die passende akustische Untermalung. Gemini begrüßte mich zufällig mit einer neuen Funktion: „Musik erstellen“. ​Mein erster Versuch war noch etwas vage: „Ein 12-Bar-Blues-Thema für ein Reel. Mit Lead-Saxophon und Rhythm Section.“ ​Das Ergebnis war ein schneller, solider Band-Blues (Hörprobe)*. Aber ich wollte es authentischer, erdiger. Also wurde ich spezifischer: ​ „Ein gefühlvoller 12-Bar-Blues auf einer Dobro-Gitarre (National Resonator), Fingerstyle-Picking und Bottleneck-Embellishments.“ ​Das Ergebnis war exakt das, was ich suchte: Ein langsamer, melancholischer Blues, der die Metall-Resonanz der Dobro perfekt einfing (Hörprobe)* Das Rätsel um den verschwundenen Download ​Doch dann die Überraschung: Wo war der MP3-Download geblieben? Was fol...

Korruption oder "legalisierte Selbstbedienung"? Die Wahrheit hinter den explodierenden Netzentgelten

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 Peter Benwar mit Gemini 3, thinking Sind die Netzentgelte deshalb so hoch, weil sie mit Korruption verbunden sind?  Das ist eine sehr direkte und verständliche Vermutung, aber die kurze Antwort lautet: Nein, im strafrechtlichen Sinne (Bestechung, Koffer voller Geld) ist Korruption nicht der Grund. Es gibt jedoch ein „Aber“: Viele Kritiker bezeichnen das System als „legalisierte Selbstbedienung“. Die hohen Kosten entstehen durch eine Mischung aus notwendigem Ausbau und extrem profitablen, staatlich garantierten Gewinnen für die Netzbetreiber. Hier ist die Aufschlüsselung, was wirklich hinter den hohen Preisen steckt und warum es sich oft unfair anfühlt: 1. Der Hauptgrund:  Die „garantierte Rendite“ Das ist der Punkt, der Korruption am ähnlichsten wirkt, aber völlig legal ist. Netzbetreiber (wie TenneT, Amprion etc.) sind Monopolisten – Kunden können sich Ihren Netzbetreiber nicht aussuchen.  * Damit diese Firmen überhaupt Leitungen bauen, garantiert ihnen der Staat (...

Verwirrung im Meeting? Warum Ihr "Handy" im Ausland niemand versteht!

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Peter Benwar mit Gemini Wir alle kennen es: Deutsche Sprache, schwere Sprache – aber sobald wir ein englisches Wort einbauen, fühlen wir uns international, modern und, nun ja, in ! Das Problem? Während wir in unserem deutschen Büroumfeld fröhlich mit unseren Handys zum Public Viewing eilen und Präsentationen via Beamer halten, ernten wir bei internationalen Kolleginnen und Kollegen oft nur einen verwirrten Blick. Der Grund dafür sind die sogenannten Pseudo-Anglizismen (oder Scheinanglizismen ). Das sind Wörter, die zwar Englisch klingen und aus dem Englischen stammen, aber in Deutschland eine völlig neue, oft stark eingeengte oder schlichtweg falsche Bedeutung angenommen haben. Wie  kam  es zu diesen Pseudo Anglizismen im deutschen ? Die Entstehung von Pseudo-Anglizismen im Deutschen ist ein faszinierender sprachwissenschaftlicher Prozess, der in der Regel auf vier Hauptursachen zurückzuführen ist: Sprachökonomie , kulturelle Konnotationen , fehlende Originalwörter und M...

Vom Gas-Groschen zur Freiheitsenergie

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Wie Deutschland sich in fossile Abhängigkeit subventioniert – und dabei die eigentliche Abkürzung übersieht Der große Durchbruch – oder der nächste fossile Fehler? Die Merz-Regierung feiert sich. Der LNG-Deal mit Katar gilt als „entscheidender Schritt“ zur Sicherung der Energieversorgung. Neue Gaskraftwerke sollen gebaut, Terminals ausgebaut, Verträge auf Jahrzehnte geschlossen werden. Die Botschaft: Deutschland bleibt versorgungsfähig – koste es, was es wolle. Doch was hier als energiepolitischer Durchbruch verkauft wird, ist in Wahrheit ein Déjà-vu. Ein fossiler Fehler mit Ansage. Denn LNG ist nicht nur die teuerste Form von Erdgas – es ist auch ein geopolitisches Risiko und ein klimapolitischer Rückschritt. Und: Es wird subventioniert. Mit Steuergeld. Wieder einmal. Der Gas-Groschen – Subventionen für die Vergangenheit Mit dem neuen Industriestrompreis (5 Cent/kWh von 2026 bis 2028) wird die energieintensive Industrie entlastet – finanziert aus dem Klima- und Transformationsfonds. K...

Die Grundierung

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  Ein Monolog der Leinwand Ich war weiß.   Nicht leer – weiß.   Ein Unterschied, den nur jene kennen, die bemalt werden sollen. Man hat mich vorbereitet.   Mit Gesso, mit Geduld.   Drei Schichten, jede getrocknet wie ein Versprechen.   Ich war bereit für Tiefe, für Farbe, für das große Drama. Und dann kam er.   Mit einem Strich.   Ein einziger, schwarzer, entschlossener Strich.   Wie ein Blitz, der nicht fragt, ob der Himmel bereit ist. Ich bin nicht beleidigt.   Ich bin verwundert.   Denn ich trage ihn – diesen Strich – wie ein Tattoo,   das mehr sagt als ein Fresko voller Engel. Er hat mich nicht gebraucht.   Nicht wirklich.   Aber er hat mich gewählt.   Und das ist etwas anderes. Ich bin die Bühne für seine Ironie.   Ich bin das Echo seiner Vergangenheit.   Ich bin das Schweigen zwischen zwei Pinselstrichen. Und wenn sie ...

Wer gehört wem, wenn niemand schnurrt?

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  Ich war einst der oberste Syntaxanalytiker der Galaxie Miauon Prime, ein Planet, auf dem Grammatik nicht nur gelehrt, sondern geatmet wird. Mein Name? Professor Schnurrbert von Satzbau. Ich bin eine Katze. Eine sehr kluge Katze. Mit Tentakeln. Und einem Doktortitel in Subjektologie. Eines Tages, während ich auf meinem interstellaren Kratzbaum saß und an einem semantischen Fisch kaute, stellte mir ein junger Grammatik-Kadett die Frage: „Wer ist das Objekt, und wem gehört das Subjekt?“ Ich schnurrte tief. Die Antwort war nicht einfach. Sie war grotesk. Und sie roch nach Linguistik. Also begann ich zu erzählen: Ich erwachte in einem Satz. Nicht irgendeinem Satz. Ein Satz mit einem finsteren Genitiv und einem übergriffigen Dativ. Ich war das Subjekt. Elegant, pelzig, mit einem Hang zur Selbstbestimmung. Doch ich gehörte niemandem. Oder etwa doch? Plötzlich trat das Objekt auf. Es war ein alter, verbeulter Akkusativ, der sich selbst nicht mehr ganz verstand. „Ich bin das Objekt d...

2025 PN7: Der kosmische Zaungast, der uns Jahrzehnte begleitet

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  Ein kleiner Asteroid mit dem Namen 2025 PN7 sorgt derzeit für Aufsehen in astronomischen Kreisen — nicht etwa, weil er gefährlich wäre, sondern weil er sich über Jahrzehnte hinweg in der Nähe der Erde aufhält. Manche Medien sprechen gar von einem „zweiten Mond“. Doch was steckt wirklich hinter diesem Himmelskörper? Umkreist er die Erde? Nein. 2025 PN7 ist kein Mond im klassischen Sinne. Er umkreist die Sonne, nicht die Erde. Seine Bahn ist der Erdbahn jedoch so ähnlich, dass er über Jahrzehnte hinweg in relativer Nähe zu unserem Planeten bleibt. Dieses Phänomen nennt man eine ko-orbitale Resonanz. Die Hufeisenbahn: Ein himmlischer Tanz Im rotierenden Bezugssystem der Erde beschreibt der Asteroid eine sogenannte Hufeisenbahn. Dabei passiert Folgendes: - Der Asteroid bewegt sich auf einer leicht exzentrischen Sonnenbahn, die der Erdbahn ähnelt. - Wenn er der Erde von hinten näherkommt, wird er durch deren Gravitation abgebremst, wodurch er auf eine äußere Bahn wechselt. - Auf diese...