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1999

Am Schluss von „Mein Jahrhundert“ – also 1999 – tritt die Mutter von Günter Grass auf, die schon seit über 40 Jahren tot ist, und verrät uns dass die Geschichten, die ihr Sohn erzählt wahre aber übertriebene Geschichten seien. Damit hat sie schon vor 7 Jahren die kommende Pointe „Beim Häuten der Zwiebel“ angekündigt, denn vor allem hier „Beim Häuten…“ wird Wahres von Erfundenem getrennt, oder aber zumindest der Versuch unternommen zu trennen und darauf hingewiesen, dass die Trennung schwer fällt. Mir ist außerdem aufgefallen, dass Ute- und Anna- Geschichten aus „Mein Jahrhundert“ und „Beim Häuten…“ ergänzt werden, was zu erwarten ist wenn es sich jeweils um wirkliche Personen handelt. In der 1998 – Geschichte erklärt Günter Grass seine besondere Art von Aberglauben, auch dies wird „Beim Häuten“ vielfach ergänzt. Was Statistikern als Hochrechnung nach Abschluss der Wahlen gelingt, will ihm schon beim Pilz-Suchen gelungen sein. 47 Stück hat er unter Mühen gefunden. Ich bin nicht abergläu...

Nachlese zu "Beim Häuten der Zwiebel" von Günter Grass

Knapp 2 Wochen nach dem Interview, das Herr Grass dem Herrn Schirrmacher gegeben hat, und dessen Pointe Herr Schirrmacher darin sah, dass Herr Grass sich dazu bekannte als 17 jähriger Mitglied der Waffen SS gewesen zu sein, haben sich die Staubwolken verzogen, die Grass-Kritiker in folge dieser Offenbarung aufgewirbelt haben. Es muss meine Natur sein, die immer dann einen Kaufreflex auslöst, wenn’s um ein Buch besonders laut rasselt – und so kam es dass ich schon bald die Grass’sche Autobiographie vorliegen hatte. Hier ist sogleich die Frage nach dem Marketing-Kalkül für das Buch aufgeworfen, dass man Herrn Grass unterstellte, indem er drei Wochen vor der geplanten Veröffentlichung zum 1. September sich in einem Interview zu seinem Buch äußert. Na - zu was soll er sich denn sonst geäußert haben? Er hat sich in der FAZ geäußert, zu deren Zielgruppe gehöre ich nicht und da ich durchaus einige Bücher des Herrn Grass bis heute nicht gelesen habe, standen zum Zeitpunkt des Interviews die C...
Habe heute eine Geschichte aus Remscheid bei Grass in „Mein Jahrhundert“ gefunden, in der der Sohn eines gut ausgebildeten Facharbeiters erzählt wie man seinen Vater 1932 zusammen mit 20 weiteren Männern vor eine zigzentnerschwere Walze gespannt hat um die neu angelegten Wege um die Talsperre zu befestigen. Damals waren Wohlfahrtserwerbslose billiger einzuspannen als Pferde. Ist es da ein Zufall, dass ich vor zwei Jahren einen Trupp Langzeitarbeitsloser beobachtet habe, die im Rahmen in einer Beschäftigungsgesellschaft genau die gleichen Wege ausbesserten?

Buddy Holly & Wassily Kandinsky

Heute früh musste ich an meine letzten Fotos denken. Eines hatte ich Wolfgang gezeigt und gesagt, dass ich es gemacht hätte weil es mich an abstrakte Kunst erinnere. Wolfgang empfand das als zu hoch gegriffen. Offensichtlich war er nicht beeindruckt. Ich wollte die Probe aufs Exempel machen und suchte in der deutschen Wikipedia nach Wissily Kandinsky in der Hoffnung dort einen Linkt auf eine Art Gallerie zu finden, die mir viele Kandiskys zeigt. Nachdem ich mir einige Bilder online angeschaut hatte tauchte Buddy Holly in meinem Kopf auf. Ich habe mir „The very Best of Buddy Holly and The Crickets“ (CD von 1999) besorgt und während der Computer das MP3 Archiv der Buddy Holly Songs erzeugte, habe ich alle Kandinskys auf meinen Server gespeichert. Als ich schließlich beide Archive fertig hatte, ließ ich die Kandienskys in Windows XP als Diashow laufen und hörte mir dazu die Buddy Holly Songs an, die der Mediaplayer zufällig auswählte. Dieser Show gab ich mich im Morgengrauen ohne...

Wer ist Deutschland? – Der mit den coolsten Sprüchen!

„Ich nahm meine Rede zum Anlass, eine liberale Standortbestimmung vorzunehmen, dies mit dem Aufruf verknüpfend, das Land nicht rot-grüner Verweigerung und rot-grünem Kulturpessimismus auszuliefern. In Wahrheit stehe die deutsche Gesellschaft am Beginn einer neuen Epoche, die eine liberale, also unsere, sein werde. Wohlfahrts- und Verteilungsdenken hätten lange Zeit den Zeitgeist geprägt, jetzt sei es Aufgabe der F.D.P., dem totalen Versorgungsstaat, dem Steuer- und Beitragsmoloch, der Fremdbestimmung durch Funktionäre, der Hydra der Bürokratie, dem Subventionsrausch und der Datenerfassungsgier mutig den Kampf anzusagen. Gleichheit dürfe nicht zu Lasten von Freiheit durchgesetzt werden. Besondere Aufmerksamkeit widmete ich der Steuerpolitik: Der Spitzensteuersatz dürfe nicht länger tabu sein, die Lohnnebenkosten müssten eingedämmt werden.“ Diese Worte des ehemaligen Parteivorsitzenden der F.D.P. Hans-Dietrich Genscher anlässlich seines Rücktritts im Februar 1985, zitiert nach seinen „Er...