21 August 2018

Trump und das Haushaltsdefizit der USA

Strafzölle für China und Europa, Kritik an FED-Zinserhöhung, Forderung an die NATO-Partner für ihre Verteidigung wesentlich mehr zu bezahlen, Streichung von Investitionen in Forschung. Nur vier Punkte, wo sich Trump knausrig zeigt. Kann er nicht anders - sind die USA pleite und müssen unbedingt Geld eintreiben?


Im Chart seit den 40er Jahen ist zu erkennen, dass die Schulden der USA seit den 80er Jahren exponenziell steigen. Wie Deutschland haben auch die USA eine Schuldenobergrenze und anders als in Deutschland droht den USA jeweils zum Jahresende ein Government Shutdown, was den Präsidenten alt aussehen lässt.

Dennoch ist die Situation nicht so dramatisch, denn den wachsenden Schulden steht eine wachsende Wirtschaft gegenüber. Die frage ist nun, kann Wirtschaft genügend Einnahmen für den Staat generieren? Die Antwort ist nein. Slimmer noch die Ausgaben steigen schneller als die Einnahmen.



Eine rote oder schwarze Null wie in Deutschland, ist für den US-Haushalt nicht in Sicht. Deutsche Anhänger einer budgetmäßigen Nullnummer bringen sicher viel Verständnis für den gebeutelten US Präsidenten auf.

Aber was soll nun das neuerliche Genöle von Trump um die Zinsen? Immerhin bedeuten steigende Zinsen mehr Geld für die Sparer und wirken dämpfend auf die Inflation. - Aber sie steigern die Staatsausgaben, denn auf Schulden muss der Staat Zinsen bezahlen.

Die Zinsen sollen nach der Ansage der FED weiter steigen, wir könnten hier eine Steigerung von 0,25 Prozent bis zum Jahresende schätzen. Bezogen auf den Schuldenberg von 20 Billionen also 20.000 Milliarden Doller kommen 50 Milliarden mehr Belastung für den Staatshaushalt dabei raus. Und dabei ist nicht abzusehen wann die Zinsen aufhören zu steigen.

Trump hat kapiert, dass sein Job schwieriger wird, weil er mit steigenden Zinsen rechnen muss.
Auf der Suche nach mehr Geld betreibt er einen Handelskrieg, Tritt verbündeten Staaten auf die Füße und haut dennoch Milliarden raus für Steuersenkungen, die niemand braucht.

Ich denke damit verschärft er die Probleme in den USA. Wenn ich mir ganz oben die Grafik mit den Staatsschulden genauer anschaue, sehe ich dass bis 1981 die Staatsschulden auf gleichem Niveau blieben bis sie plötzlich die Zahlen in den 80er Jahren aus dem Ruder liefen. BOOM. Was verursachte die Explosion. Naja er - Ronald Reagan - wurde Mr. President und im Gepäck hatte er eine geniale Idee:

Senke die Steuersätze für Spitzenverdiener - damit kurbelst du die Konjunktur an - an anderer Stelle erhöht die boomende Konjunktur die Steuer-Einnahmen - Mission erfüllt die USA sind reicher und mächtiger als jemals zuvor - Hallelullja

Reicher und mächtiger wurden allerdings in den USA nur diejenigen die schon Reich und Mächtig waren für alle anderen wurden die Zeiten härter und nebenbei wurden die Staatsfinanzen ruiniert. Die Mafia hätte den Raubzug nicht besser machen können. Zufall? - Nein aber dies ist eine andere Geschichte.

Wer dem Präsidenten heute einen Gefallen tun möchte indem er ihn richtig berät, könnte ihm ja mal einflüstern, das die Reaganomics gescheitert sind. Aber das wird irgendwie nicht funktionieren denn Trump tickt beim Thema "Griff in die Staatskasse" wie sein Vorgänger, der die Hilfen für Schwächere und in Not geratene abgebaut hat zugunsten von Leuten, die zu den reichsten und mächtigsten in der Welt zählen.


Quellen:

  1. Staatsverschuldung der Vereinigten Staaten – Wikipedia
  2. USA: Staatseinnahmen und Staatsausgaben von 2008 bis 2018 (in Milliarden US-Dollar) ,
  3. Kapitalismus - Eine Liebesgeschichte - Doku Michael Moore




11 April 2018

Trump: Symptom oder Ursache einer gespaltenen Gesellschaft?



In einem Bericht auf Politico wird die These vertreten, dass der Wahlerfolg von Donald Trump auch mit der Bereinigung der Presselandschaft in den USA zusammenhänge. Die Korrelation zwischen fehlen von regionalen Zeitungen und Trumps Wahlerfolgen in diesen Regionen würde diese These stützen. Ich halte die These nicht für ausreichend belegt:

Die Marktbereinigung auf dem Medien-Sektor ist in den USA tiefgreifender und verheerender als hierzulande und der Prozess läuft schon so lange, dass er als abgeschlossen betrachtet werden kann. Da wundert es mich schon, dass nicht schon vor Trump jemand auf die Idee mit den Fake News gekommen ist.

In der Argumentation verstehe ich die Korrelation nicht so ganz. Wenn ich unterstellen darf, das Leser von seriösen Zeitungen Vorbehalte gegen Trump haben, weil sie Populismus durchschauen und zwar unabhängig davon, dass sie seriöse Zeitungen lesen, dann kann es immerhin sein, dass sie von sich aus (Intelligenz, politischer Instinkt usw) gar nicht auf die Idee kämen, Trump zu wählen.

Das heißt seriöse Berichterstattung ist wichtig, und es ist auch wichtig, dass sie genügend Leser findet, aber ein echter Beweis, dass jedes politische Bewusstsein mittels Zeitungslektüre eingenordet werden müsste, ist das nicht.

Fanatisierte Opfer von Hass-Parolen und Desinformation habe ich in letzter Zeit zu genüge bewundert. Erfahren habe ich dabei, dass sie keiner Argumentation mit offensichtlichen Fakten zugänglich sind. Einen komplexeren Gedanken in diese Köpfe zu bekommen funktioniert schon mal gar nicht. Das heißt ihnen würde das lesen von Zeitungen nicht helfen. Daher erübrigt sich für diese Personen die Produktion von Zeitungen. Helfen würde es, sie von der Wahl abzuhalten, aber das wäre gegen die Regeln.

An dieser Stelle gibt es ein Henne-Ei Paradox, das der Artikel am Ende anspricht, als er über Walter Cronkite informiert und den alten Zeiten nachtrauert, als alle diesem Mann ihr Vertrauen schenkten. Wer ehedem Frank Zappa gehört hat, weiß, dass es niemals alle waren, die blindes Vertrauen hatten. Die besten hatten schon immer ihren eigenen Kopf.

 

Bestätigung: Es herrscht Krieg an der PR-Front


Spiegel Online bestätigt heute ein Argument aus dem Politiko Artikel. Trump hasst bestimmte Medien und bekämpft sie mit allem was er hat. Und das ist bedrohlich genug, denn mittlerweile genügen ihm keine Twitter Attacken gegen diese Medien mehr, sondern der Präsident erwägt administrative Maßnahmen gegen CNN, Washington Post, New York Times und viele andere. Mark Pitzke, der Autor des Spiegel-Online Artikels bemüht ein starkes Bild vom Orwell'schen Wahrheits-Ministerium bei der Beschreibung der Maßnahme, in deren Datenbank dann auch die Namen derjenigen Autoren mit Inhalten und Meinung verwertbar gespeichert wären, gegen die der Präsident der USA persönlichen Groll hegt.

Während ich mir das gedanklich ausmahle fühle ich mich in eine Szene im autoritär regierten Preußen versetzt, wo die königliche Regierung versucht mit Gewalt die Untertanen gefügig zu machen und gegen ungehorsame Autoren zum Beispiel der "Rheinischen Zeitung für Politik, Handel und Gewerbe" mit Zensur, Schreibverboten und Verhinderung einer akademischen Laufbahn vorgeht. Um nur einen der vielen Namen zu nennen, die davon betroffen waren, notiere ich hier Karl Marx.

Tatsächlich haben der Präsident der USA Donald Trump und der preußische König viel gemeinsam - ich nenne hier nur den persönlichen Geschmack bei Möbeln und rüpelhafte Manieren. Der Präsident Trump wirkt wie aus der Zeit gefallen, ein anachronistischer Herrscher dem man nicht viel Erfolg bei seinen Projekten wünschen mag. Andererseits muss man sich auch Fragen, warum wählen die Leute solche Figuren - Trump ist ja bei weitem nicht der einzige, mit autoritären Anwandlungen im Regierungsamt, der nach demokratischen Regeln auserkoren wurde. Welche Macht steckt dahinter, dass sich das Wahlvolk derart hinter die Fichte führen lässt?

Verschoben: Die Machtstrukturen der Demokratie


Heute früh erheischte ich einen Blick auf die Notizen, die Mark Zuckerberg anlässlich seiner Anhörung vor dem Kongress vorbereitet hatte. Mein Einblick in Zuckerbergs Spickzettel war selbstverständlich medial vermittelt, ein Foto das einem AP-Fotografen gelang, und somit in alle Welt hinausposaunt wurde. Für Zuckerberg und Facebook geht es dabei um viel.
Sein Unternehmen steht nach den diversen Skandalen um die US-Wahlen, "Fake News" und Cambridge Analytica unter dem Druck der Öffentlichkeit und der Politik.
Wenn man einmal die Heuchelei beiseite schiebt und unberücksichtigt lässt, dass jedem klar sein sollte, der sich bei Facebook registriert, dass diese Firma mit den Daten ihrer Nutzer handelt, um Anzeigen-Kunden algorithmisch Verlesene Werbeplätze verkaufen zu können, so frage ich mich dennoch weshalb Facebook diese Medizin nicht in eigener Sache einsetzt und mit Werbe-Zauber und Zielgruppen-Manipulation erreicht, dass die Volksvertreter erst gar nicht hellhörig werden. Dem Geschäftsmodell sind scheinbar nicht nur rechtliche und politische Grenzen gesetzt, sondern auch die Wirklichkeit ist nicht so krass wie sie uns von einigen Meldungen vorgezaubert wird.

Du kannst einigen Leuten zu bestimmten Zeiten etwas vormachen, aber nicht alle Leute zu jeder Zeit belügen. Keine Ahnung wer das mal abgelassen hat, aber diese Wahrheit winkt einem immer mal wieder freundlich zu. Fakt ist Trump mag ein Spalter ein, aber der Riß der die US-Gesellschaft spaltet ist länger und geht tiefer als über eine Präsidentschaft hinaus. Und der Riss spaltet nicht nur die USA.

10 Mai 2017

Taterataaa Talentradar!

Taterataa der Lenz ist da. Wer will noch mal wer hat noch nicht. Veronika der Spargel sticht. Hereinspaziert und abgezockt. Gestoppt der Schulz-Zug - ab jetzt geht es zurück in die Zukunft. Liebe AgenDiener und AgenDienerinnen, der VW Manager a. D. Peter Hartz und sein Millennium-Kanzler der Nuller Jahre - der coolste Typ mit der dreckigsten Lache - der unverwechselbare Gerhard Schröder präsentieren Agenda 2030.

Talentrader ist das neue Fördern und Fordern, Erpressen und Notschlachten. Geht nicht? Gibt es nicht. Zugewanderte Analphabeten lernen jegliches Beten, auch das AlphaBeten der deutschen Leitkultur. Wer nicht passt wird passend gemacht.

Leistungs-Träger sind keine Hosen-Träger. Erhalten Sie die Updates von erfahrenen Tutoren. Sozial ist was arbeit schafft mit Volker Clement. Plantschen im Pool und dabei bereit sein für alles was geht mit  Rudolf Scharping. Reich und berühmt mit Carsten Maschmeyer und Walter Riester. E-Autos und wie man sie weg-dieselt - nicht nur ein Steuergeschenk!

06 Mai 2017

Die Aufregung MannHeim(s)

Seit dem 21.April 2017 gibt es bei Amazon das Album "MannHeim" von der Band "Söhne Mannheims". Ich hätte da niemals reingeschaut, wenn es nicht den Hype um das Lied "Marionetten" gegeben hätte. Die Söhne sind nicht so mein Ding, und nicht hinhören ist erlaubt ;-).

Marionetten

Den Text des Liedes"Marionetten" mit Anmerkungen kannst du dir auf genius.com reinziehen. Er eignet sich gut für ein Lied, des man sich immer und immer wieder anhören mag, wenn man es denn mag. Nach dem ersten Lesen bleibt nicht viel vom Inhalt hängen und seine Windungen und Wendungen würden schnell vergessen werden, so dass die Wiederholung nicht nervt. Auf diesem Niveau also: Handwerklich ein brauchbarer Pop-Song. Der Refrain:

Wie lange wollt ihr noch Marionetten sein?
Seht ihr nicht, ihr seid nur Steigbügelhalter
Merkt ihr nicht, ihr steht bald ganz allein
Für eure Puppenspieler seid ihr nur Sachverwalter

Wenn es da nur nicht die Anspielungen auf deutsche Kultur und Traditionen gäbe, derer sich das Lied bedient. Ein zum Thema Antisemitismus, trainierter Geist entschlüsselt das Bild vom Puppenspieler und dem Sachverwalter sehr schnell - und so ein Geist ist damit dann auch bei Wiederholungen schnell aufgebracht, denn der wabernde See aus Blut, Schmerz und Elend das Nazi-Propaganda den Deutschen als "Kulturgut" hinterlassen hat, ist genau jener "Puppenspieler" und seine Marionetten - "Sachverwalter". Die Nazis nannten es "internationales Finanzjudentum" und ihnen gelang das Kunststück, aus einem ökonomischen Interessenkonflikt ein Thema für Rassisten zu wenden. Womit der Konflikt nicht gelöst wurde, obwohl er Millionen Menschenleben gekostet hat.

Aus Klassenkampf machten Nazis Rassenhass

Der Antagonismus von Reich und Arm und die Gefühle die er auf beiden Seiten provoziert ist ein reales Phänomen und sollte politisch gelöst werden. Keine politische Lösung ist es, diesen Gegensatz rassistisch zu verdrehen, und mit einer jüdischen Weltverschwörung zu einer Verschwörung-Theorie zu verdichten und diese unters Volk zu bringen um schließlich dann zur endgültigen Lösung zu schreiten und 6 Millionen Menschen zusammen zu treiben und sie zu ermorden. Dieses Blut sifft auch 70 Jahre nach der Offenlegung der Verbrechen aus dem dicken Buch der deutschen Kultur und Geschichte heraus.
Rolf Stahlhofen stellt sich diesem Vorwurf auf seiner Facebook Seite: Er schreibt
" Ich liebe das Album! Wenn die Blendgranaten verpufft sind, kann sich mit dem wahrem Inhalt des Albums auseinandergesetzt werden. "
Vielen Dank an Stahlhofen, aber vorerst lieber doch nein Danke, denn die Zeit sich mit dem Album auseinander zu setzen, die ist jetzt und nicht irgendwann.

Wenn der Umbruch kommt

Die Söhne Mannheims sind eine erfolgreiche Band - Elite der Pop Kultur wenn man so will. Das neue Album MannHeim steht aktuell auf Platz 5 der Musik-Downloads von Alben / Pop bei Amazon. Die Bewertungen sind fast alle Positiv mit 4,6 von 5 fünf Sternen und 116 Bewertungen. Zeigt das nicht schon einen Umbruch im gesellschaftlichen Bewusstsein und der Wahrnehmung der Wirklichkeit bei den Deutschen an?
Wenn ja, dann wären die Zeilen aus Marionetten nahezu prophetisch:

Alles nur peinlich und so was nennt sich dann Volksvertreter
Teile eures Volkes nennt man schon Hoch- beziehungsweise Volksverräter
Alles wird vergeben, wenn ihr einsichtig seid
Sonst sorgt der wütende Bauer mit der Forke dafür, dass ihr einsichtig seid

Es gäbe eine Revolte und den Politikern ginge es an den Kragen. Oder wortwörtlich - Es drohte der Bauernverband mit Tod durch Forke wenn die Politik sich nicht änderte. Während auch die RAF-Revolutionäre von Volksverräter sprach, die alten Nazis, NPD, AfD und Pegida sowieso dauernd von Volksverrätern labern und so die Saat von Hass säen, leben die Deutschen in Sicherheit, sind ausreichend versorgt und vielleicht sogar Umsorgt. Ganz ehrlich, gemessen an den Zuständen in denen die anderen 6 Milliarden Menschen leben, haben wir es gut. Es gibt einiges zu optimieren aber nix zu jammern.
Aber das bin nur Ich, wenn ich versuche mir ein objektives Bild zu machen. Wie die gleichen Umstände bei den anderen 80 Millionen Deutschen sich geistig verfestigen darüber können Umfragen genauere Zahlen liefern. Leider funktionieren die Modelle der Statistiker nicht mehr so gut wie früher, das liegt zum Teil daran, dass mehr Befragte aktiv durch Verweigerung von Interviews oder passiv durch Lügen die Umfragen sabotieren. Aber auch die Erreichbarkeit über einen Festnetzanschluss ist zum statistisch relevanten Merkmal geworden und kennzeichnet eine bestimme Gruppe, die nicht mehr repräsentativ ist. Der Brexit und der US-Präsident sind Beispiele. Marine Le Pen und die endgültige Zerlegung des Euro und der EU könnte zum finalen Fall werden. Danach hätten die Deutschen allen Grund zum Jammern.

Und weil ihr die Tatsachen schon wieder verdreht
Werden wir einschreiten
Und weil ihr euch an Unschuldigen vergeht
Werden wir unsere Schutzschirme ausbreiten

In ihrem Artikel "Xavier Naidoo hat eine Rechsbürger-Hymne geschrieben" interpretiert Leonie Feuerbach die poetische Verarbeitung der Pegida Schreihälse vom Motiv der Lügenpresse in diese Zeilen von "Marionetten" hinein. An anderer Stelle im Lied ist konkret von Pizzagate die Rede, also ist auch die Übersetzung vom "Vergehen an Unschuldigen" mit Kindesmissbrauch nicht überzogen. Beides huldigt dem Rechtsextremismus, wo "Todesstrafe für Kinderschänder" und Zensur von Medien beliebte Themen sind.
Weiter geht es mit Jammern und Mordphantasieen

Als Volks-in-die-Fresse-Treter stößt ihr an eure Grenzen
Und etwas namens Pizzagate steht auch noch auf der Rechnung
Bei näherer Betrachtung steigert sich doch das Entsetzen
Wenn ich so ein´ in die Finger krieg´, 
Dann reiß ich ihn in Fetzen
Und da hilft auch kein Verstecken hinter Paragraphen und Gesetzen

Aus Volksvertreter zaubert der Poet ein laut-malerisches "Volks-in-die-Fresse-Treter" und nimmt mit "Pizzagate" Bezug auf unbewiesene Behauptungen rechter Verschwörung-Theoretiker, Hillary Clinton sei Teil eines Kinder-Porno-Rings. In den 70er Jahren wäre die Strophe vom Massenpublikum als Nazi-Parodie erkannt worden. Das ist lange her, heute wirkt der Versuch lächerlich - genauso wie Rechtsradikale die solche Sprüche immer noch ablassen - und sie im Ernst auch so meinen.

Zuviel Aufmerksamkeit für Marionetten 

Mit Zerstörer statt Erlöser legt Andreas Borcholte eine Kritik vor, die das Lied nicht nur von seinem textlichen Gehalt würdigt, sondern auch auf die Qualität der Musik von "Marionetten" eingeht. Dabei stellt er das Gefühl von "Wir gegen die" heraus, das zur Bildung vom rechtsradikalen "Bollwerk gegen die Vernunft" führt. Mir erscheint die "Vernunft" von rechtsradikalen in anderen Sphären zu hausen, daher sehe ich das mit dem Bollwerk anders. Nazis sind auf ihre Art sehr vernünftig, was überaus gruslig ist. Dies sollte immer und zu allen Zeiten beachtet werden. Ein wegducken und verschweigen hilft da wenig. Die Deutschen müssen sich vor allem diesem Teil ihrer Kultur stellen und sich positionieren. 
Anders ist es generell um die politische Wirkung von Pop-Songs bestellt. Wenn die alten Lieder von John Lennon, Bob Dylan, Joan Baez usw. irgendeine Wirkung gehabt hätten, hätte ich das sicher mit bekommen und würde nun in einer Welt ohne Kriege, Religionen, Hass und Verblendung leben. Eventuell würde ich ein schlimmes Unheil kommen sehen, aber so ist es halt im Paradies. Kurz - Pop Songs fangen bestenfalls das Lebensgefühl von Pop-Fans ein. Darüber hinaus wirken sie nicht - weder über die Zeit auf die Jungen, die nachwachsen, noch gesellschaftlich auf Zeitgenossen, die mit Pop nix zu tun haben.

Blendgranaten und Hype 

Wenn die Blendgranaten verpufft sind, kann es sein, dass von dem Album, den "Marionetten" und dem ganzen Hype um die Söhne Mannheims nur noch ein Lacher übrig geblieben sein wird - und für manche Fans wahrscheinlich die Erinnerung an eine Band die Volkes Wut so schön in Lieder konservieren konnte. Trotzdem "nicht hinhören" ist auch erlaubt.


13 März 2017

Durchschnittliche Ausgaben für Konsum 2015

Der durchschnittliche zwei Personen-Haushalt gab 2015 pro Monat 2.391,00 Euro für Konsum aus. Der größte Posten waren hierbei die Wohnkosten (35 %), gefolgt von den Kosten für Gaststätten / Beherbergung (27%). In diesem größeren Posten von 27 % sind enthalten:

  • die Ausgaben für Gaststätten- und Beherbergungsdienst-leistungen, 
  • Innenausstattung, 
  • Bekleidung, 
  • Gesundheit, 
  • Post und Telekommunikation, 
  • Bildung sowie 
  • andere Waren und Dienstleistungen


Die Ausgaben für Nahrung, Getränke und Tabak hatten einen Anteil von 14 %. Die Ausgaben für Verkehr (13 %) und Freizeit, Unterhaltung und Kultur (11 %) bildeten die Schlusslichter des Zahlenwerks, das vom Statistischen Bundesamt heute herausgeben wurde.

Die Anteile, die ein Haushalt für die jeweiligen Etatposten ausgegeben hat, schwankten mit der Haushaltsgröße. Ein Einpersonenhaushalt gab im Jahr 2015 durchschnittlich 41 % seines Konsum-Budget für Wohnen aus, während vier Personen, die gemeinsam in einem Haushalt wohnen, nur 33 % der Konsumausgaben für Wohnen ausgaben.
Bild: Peter Benwar-Wagner

Quelle:

12 März 2017

Kein Kommentar: Spiegel Online deaktiviert die Kommentare auf Google Plus

Ein Soziales Netzwerk lebt von Kommunikation. Kommunikation funktioniert auf Gegenseitigkeit. Jemand beginnt, indem er etwas mit einer Community teilt, und Leute die sich angesprochen fühlen reagieren mit Kommentaren. Das kann witzig sein, traurig, langweilig, traumhaft oder traumatisch. Beinahe jede Benennung eines Gemütszustandes wäre hier richtig.
Diese Beschreibung trifft jedoch nicht ganz auf Spiegel Online zu. Spiegel Online ist kein Jamand es ist ein Etwas - eine Instition. Den Betreibern dieser Einrichtung ist auf G+ Seltsames widerfahren. Das emotionale Erlebnis auf dieser Seite wurde zunehmend Monoton und einseitig. Zu viele Hass-Kommentare, die den Kanal verkleisterten. Man hätte sie vielleicht Löschen können, vielleicht aber auch nicht, das können eigentlich nur die Online Redakteure bei Spiegel Online entscheiden.
Das Problem mit solchen Kommentaren ist, das der Betreiber nicht jeden Scheiß stehen lassen kann, denn mancher Scheiß ist illegal, kriminell oder anstößig und kann juristische Folgen haben. Das ist auf mancherlei Weise lästig.
Zum einen, ein Online Medium hat einen Ruf zu verlieren. Deshalb sollten die meisten Kommentare ein gewissen Standard einhalten. Wer zum Beispiel auf der dunklen Seite das Mondes den Führerbunker halluziniert und darin einen Beweis sieht dass die Nazis eine Alien-Rasse waren, der ist eher peinlich als amüsant und gehört mit Sicherheit nicht zu den regulären Abonnenten des Spiegel. Wenn das ganze dann noch mit unflätigen Anwürfen und Morddrohungen garniert ist, ist man es es irgendwann leid. Menschlich verständlich ist die Reaktion von Spiegel Online, die Kommentare auszuschalten allemal.
Ein zweiter Punkt. Das Geschäftsziel erreicht Spiegel Online über Abonnenten der Print-Ausgabe und indem viele Click-Zahlen auf Spiegel Online registriert werden. Das Äußert sich zum Beispiel darin, dass auf der G+ Seite von Spiegel Online nicht das volle Programm von Spiegel Online läuft, sondern nur bestimme Artikel promotet werden. Diese Werbung für Inhalte auf Spiegel Online lässt man sich ungern mit brauner Kacke beschmieren. Es konterkariert jegliche Ziele die eine Werbe-Veranstaltung haben könnte. Schon zur Wahrung des Images ist es wichtig, nicht zu viele Hass-Kommentare anzuziehen. Wenn das nicht gelingen will, schaltet man die Kommentare ab und gut ist.
Ein dritter Punkt: Hass-Kommentare stürzen sich auf Meinungsführer, die viel Publikum anziehen. Sie sind nicht das ursächliche Problem dieser Medien, sondern das Problem liegt bei den Hass-Kommentar-Schreibern. Ein journalistisch tätiges Team, das seinen Job gut macht, und einem breiten Publikum wissenschaftliche, politische und kulturelle Phänomene erfolgreich vermittelt, hat es einfach nicht verdient mit Hass-Kommentaren zugemüllt zu werden, auch nicht wenn das Team einen Status von Meinungsführerschaft erreicht hat.

Meinungsführer gegen Hass

Der Spiegel gilt als Meinungsführer. Diesen Titel teilt er sich mit anderen Print Medien und dem Rundfunk. Dieses Konzept ist eventuell einer Veränderung unterworfen. Jedenfalls erodiert es. Diejenigen, die bisher keine Stimme hatten, bekommen durch soziale Medien wie Google Plus Kanäle auf denen sie sich äußern. Ich finde, die Demokratie kann nur gewinnen, indem viele Menschen sich äußern und von vielen anderen ihre Stimme gehört wird. Das sich da auch Hass aufschaukeln kann, der bisher im Grummeln von Kneipendiskussionen untergegangen ist, ist ein neues Phänomen, und vielleicht eine Gesetzmäßigkeit, wenn man bisher Sprachlosen plötzlich einen Kanal und eine Stimme gibt. Allerdings dürfte sich dieser Effekt setzen je weiter sich die Kommunikation via soziale Plattformen etabliert. Denn im Grunde ist es wie im richtigen Leben, wer immer nur Hass und Schlechte Laune verbreitet, dem hört man irgendwann nicht mehr zu, weil Hass auf Dauer öde und das Stigma von Loosern ist.

Das Geschäftsziel erreichen ohne Kommentar-Funktion

Das Abschalten von Kommentaren kann das Geschäftsziel unterstützen, indem Leser von Artikeln, die sich über die Inhalte emotionalisiert haben, diesen Artikel teilen müssen, wenn sie den Artikel kommentieren wollen. Wenn also vorwiegend negative Kommentare angezogen werden, ist das eine gute Strategie die Reichweite dieser negativen Kommentare zu begrenzen - entweder auf eine Community oder auf ein privates Profil. Zudem sind die juristischen Konsequenzen von Unflätigem Zeugs für Spiegel Online vom Tisch, denn der Unflat postet seinen Scheiß auf seiner Seite - und eventuell in einer Community. Wahrscheinlich tendiert die Motivation für Hass-Kommentatoren so gegen Null. 

03 März 2017

"Ich glaube nur der Statistik ....


Was Winston Churchill über Zahlen und Statistik gesagt haben soll - und was er wirklich sagte."

Ist der Titel einer Broschüre, die das Statistische Landesamt Baden-Würtemberg zu einem der bekannteren Zitate, die Winston Churchill zugeschrieben werden. Eine reise Zurück in die Zeit als es Bomben in Europa hagelte, Zahlen erstunken und erlogen wurden und die Propaganda teilweise auch zur Unterhaltung des Publikums Lügenmärchen erfand. 
Die Informationsschrift endet mit einem echten Zitat "You must look at facts because they look at you" (W. Curchill, Commens 7.5.1925)


Spargel auch 2016 Spitzenreiter im deutschen Gemüseanbau

Das Statistische Bundesamt teilte heute mit, das mit einer Anbaufläche von 27 tausend Hektar (+5 % gegenüber 2015) die Anbaufläche für Spargel flächenmäßig der Spitzenreiter im deutschen Gemüseanbau ist. Das sind 27 tausend Hektar entspricht 22 % der deutschen Gemüseanbaufläche. Schwerpunktmäßig wird Spargel in
  • Niedersachsen 5930 Hektar
  • Brandenburg 4410 Hekter
  • Nordrhein-Westfalen 4310 Hektar und
  • Bayern 3740 Hektar
angebaut. Der Ertrag der gesamten Anbaufläche seien 120.000 Tonnen Spargel gewesen.

Nach Spargel steht auf Platz 2 der Flächenverbrauch für Zwiebeln mit knapp 11.300 Hektar, gefolgt von Möhren und Karotten mit 11.200 Hektar und Weißkohl mit 6.200 Hektar. Die größten Erntemengen im Freiland-Gemüseanbau gab es mit 642.000 Tonnen bei Möhren und Karotten, gefolgt von Speisezwiebeln mit 523.000 Tonnen.

Download PDF-Datei komplett: Spargel auch 2016 Spitzenreiter...

Einzelhandelsumsatz im Januar 2017 um 2,3 % preisbereinigt zum Vorjahresmonat gestiegen

Der Einzelhandel in Deutschland setzte nach Angaben des statistischen Bundesamtes im Januar 2017 nach vorläufigen Ergebnissen preisbereinigt - das heißt real - 2,3 % mehr um als im Januar 2016. Ohne die Preisbereinigung - also nominal - sei der Umsatzanstieb 4,5 % gewesen. Im Januar hatten die Geschäfte 26 Tage geöffnet, das war im Vergleich zum Vorjahr ein Tag mehr.

Download PDF-Datei komplett: Umsätze im Einzelhandel Januar 2017